Dachgeschoss ausgebrannt

drei Verletzte, 500.000 Euro Schaden, zwei Häuser nicht bewohnbar
Donnerstag, 8. Juli 2010, 21.56 Uhr, Oberrather Straße, Rath
Bei einem Feuer in einem Dachgeschoss in Rath sind drei Menschen verletzt und zwei Häuser
unbewohnbar geworden. Es entstand ein Schaden von 500.000 Euro. Parallel gab es zwei weitere
Brandmeldungen. Im Anschluss des Einsatzes musste brennender Müll an einer Hauswand gelöscht
werden.
Dramatische Szenen spielten sich am späten Abend in Rath ab. Nachbarn bemerkten um kurz vor
22 Uhr einen lauten Knall und sahen nach. Ein Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Düsseldorf schaute
aus seiner gegenüberliegenden Wohnung und sah dicken, schwarzen Rauch aus der
Dachgeschosswohnung am Rather Kirchplatz kommen. Er rief sofort über 112 bei der Leitstelle an
um seine Kollegen zu alarmieren. Dort waren schon mehrere Notrufe eingegangen. Anschließend
lief er zu dem Eckhaus herüber um die Menschen zu retten. Der Feuerwehrmann und sein 42
jähriger Nachbarn liefen durch die beiden Häuser und forderten alle auf, auf die Straße zu gehen.
Viele der 13 Bewohner waren schon in den Treppenhäusern. Angehaltene Autofahrer standen auf
der Straße, hupten wild und riefen: „Ihr Haus brennt, kommen sie da raus!“ Nachdem alle
Menschen auf der Straße waren kontrollierte der Oberbrandmeister noch den Keller und drehte
den Hauptgashahn zu. Auf der Straße wieder angekommen rückten auch schon seine Kollegen der
Wache Münsterstraße an. Ihnen konnte er melden, dass niemand mehr im Haus ist, eine Katze in
der Brandwohnung vermisst wird und die Lage kurz schildern. Der Einsatzleiter forderte umgehend
weitere Unterstützung an. Der Dachstuhl über die beiden Eckhäuser stand in hellen Flammen,
Rauch quoll aus allen Ritzen des Daches und den oberen Fenstern. Mehrere Trupps drangen unter
schwerem Atemschutz in die brennende Wohnung ein um nach der Katze zu suchen und die
Flammen zu löschen. Parallel wurde von zwei Drehleitern aus das Feuer bekämpft. Zwei weitere
Drehleitern verhinderten, dass sich der Brand auch auf die weiteren Nachbarhäuser ausbreiten
konnte. Hierzu wurde auch je ein Einsatztrupp in die nicht betroffenen Häuser abgestellt um ein
Ausbreiten zu verhindern. Dieses gelang. Das Dach der beiden betroffenen Häuser konnte jedoch
nicht mehr gerettet werden. Das oberste Stockwerk brannte komplett aus. Während des Einsatzes
gab es zwei kleinere Verpuffungen. In der Brandwohnung standen zwei 20-Liter-Metallkanister, die
mit Katzenstreu gefüllt waren. Diese barsten in den Flammen. Ein Gasboiler landete noch vor
Eintreffen der Feuerwehr auf der Straße. Wegen der enormen Hitze mussten die Atemschutztrupps
sehr oft ausgewechselt werden. Durch ständig herab fallende Dachziegel wurden während des
Einsatzes sechs geparkte Autos teilweise stark beschädigt. Ein Notarzt untersuchte zusammen mit
den Rettungsassistenten alle Bewohner des Hauses, sowie den 42 jährigen Helfer. Eine kleine Familie
wurde mit dem Verdacht auf einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Neben den

Eltern (Vater: 36, Mutter 44) war auch ein zweijähriges Kind unter den Verletzten. Nach einer
halben Stunde war das Feuer unter Kontrolle. Die Löscharbeiten dauerten bis 2.30 Uhr an. Der
Pastor der naheliegenden Kirche schloss umgehend den Gemeindesaal auf. Hier konnte der
Rettungsdienst alle untersuchen. Während des Einsatzes wurden die Bewohner von der
Kirchengemeinde mit Getränken versorgt. Um die Einsatzkräfte der vier eingesetzten Löschzüge mit
Getränken zu versorgen, wurde die Freiwillige Logistik angefordert. Ein zur Unterstützung
angeforderter Löschzug aus Ratingen brauchte nicht mehr zu helfen. Ein Kamin ist durch das Feuer
so stark beschädigt worden, dass er von den Bauspezialisten der Feuerwehr mit Schalbrettern und
Spanngurten gesichert werden musste. Die beiden Häuser sind derzeit nicht bewohnbar. Drei
Bewohner wurden von der Stadt in ein Hotel untergebracht, sieben weitere kamen bei Bekannten
unter. Die Stadtwerke Düsseldorf schalteten in beiden Häusern den Strom und die Gasversorgung
ab. Wodurch der Brand entstand ist unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen
aufgenommen und die Einsatzstelle beschlagnahmt. In der Nacht wurde der Brandort noch zweimal
mit Wärmebildkameras auf Glutnester kontrolliert. In beiden Fällen wurden keine Glutnester
gefunden.
Während diesem Einsatz wurde der Feuerwehr zwei weitere Brände gemeldet: Um 23.23 Uhr
meldete eine Brandmeldeanlage in einem Geschäft an der Uerdinger Straße einen Brand. Es
handelte sich um einen Fehlalarm. Um 0.46 Uhr meldeten Bewohner auf der Küppersteger Straße in
Wersten Brandgeruch. Auch hier konnte nichts festgestellt werden. In beiden Fällen fuhr ein
Löschzug zu den Einsatzstellen.
Die Wache Münsterstraße hatte gerade ihre Einsatzfahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht, da kam
auch schon die nächste Feuermeldung: Auf der Ottweiler Straße in Derendorf brannte Müll an einer
Hauswand. Die Flammen konnten von dem Löschzug schnell gelöscht werden. Parallel schauten die
Wehrmänner im Haus nach. Der Keller war verraucht und musste mit einem Hochleistungslüfter
belüftet werden. An der Hausfassade entstand ein Schaden von rund 6.000 Euro. Die Ursache ist
unklar.
Bei den nächtlichen Einsätzen unterstütze auch die Freiwillige Feuerwehr die Einsatzkräfte.

Kurz URL: http://derduesseldorfer.de/?p=3013

Geschrieben von Redakteur auf Jul 9 2010. Abgelegt unter Blaulicht. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag durch den RSS 2.0. Du kannst eine Antwort hinterlassen oder einen Trackback auf diesen Eintrag

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