Der Weg für eine Rettung der insolventen Warenhauskette ist frei.
Der Kaufvertrag mit Investor Nicolas Berggruen kann in Kraft treten, weil Berggruen nun die Zugeständnisse bei den Mieten bekommt, die er zur Bedingung für seinen Einstieg gemacht hatte.
Nun können die rund 25 000 Karstadt-Beschäftigten aufatmen: Der Karstadt-Vermieter Highstreet bekam von seinen Gläubigern bereits am Donnerstag grünes Licht dafür.
Allerdings hatten noch einige Unterschriften gefehlt. Sie seien inzwischen aber geleistet, teilte Highstreet am Freitag mit. Ebenfalls für Freitag wurde erwartet, dass das Essener Amtsgericht in einem nächsten Schritt den Insolvenzplan für die Karstadt-Rettung absegnet.
Beggruen hat sich optimistisch für die Zukunft der Warenhauskette geäußert. “Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben”, sagte er im Karstadt-Haus am Kurfürstendamm in Berlin. “Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin.”
Nach bisherigen Angaben will Berggruen die 120 Filialen und rund 25 000 Arbeitsplätze erhalten. Investieren will der 49 Jahre alte Finanzier, Sohn des legendären jüdischen Kunstsammlers Heinz Berggruen, 70 Millionen Euro eigenes Kapital, die Marke Karstadt soll verjüngt und modischer werden. Der Warenhauskette bliebe damit das Schicksal des Schwesterunternehmens Quelle erspart. Dem Versandhändler blieb vor fast einem Jahr nach gescheiterten Rettungsversuchen nur die Schließung.
hatte für den Fall eines Scheiterns auch einen Plan zur Zerschlagung Karstadts in der Schublade.
Auch mit Berggruens Einstieg steht Karstadt nach Einschätzung von Branchenkenners eine ungewisse Zukunft bevor. Das Kaufhaus-Konzept für Innenstädte gilt als überholt, für die gesamte Warenhaus-Branche rechnen Experten in den kommenden Jahren allenfalls mit einer Stagnation. Entscheidend dürfte daher Berggruens Maßnahmen zur Neuausrichtung der Kette sein.
In die Röhre guckt nach dem Berggruen-Einstieg dessen Mailänder Widersacher Maurizio Borletti. Der Warenhaus-Unternehmer, der selbst an Highstreet beteiligt ist, hatte bis zuletzt auf ein Scheitern der Verhandlungen gepokert. Er wollte Karstadt selbst übernehmen. Insolvenzverwalter Görg lehnte die Offerte jedoch ab, da Borletti seine Absicht zu spät kundgetan habe.








