25 Jahre Bücherbummel – Grund zum Feiern!
Deutschlands größte Open-Air-Buchhandlung
10.-13. Juni: Im Jubiläumsjahr ein Spiegelzelt an der Kö
Der Bücherbummel auf der Kö feiert seinen 25. Geburtstag – und für
dieses Jubiläum wird sich Deutschlands größte Open-Air-Buchhandlung
und Düsseldorfs dienstälteste Literaturveranstaltung vom 10. bis 13. Juni
ganz besonders herausputzen. Neben dem üblichen Treiben an den über
100 Ständen von Buchhandlungen, Antiquariaten, Verlagen und kulturellen
Institutionen steht in diesem Jahr das nostalgische Spiegelzelt
“Moulin Rouge” auf der Bahnstraße. Täglich ab 10 Uhr gibt es dort ein
abwechslungsreiches Programm bis spät in den Abend hinein.
So gibt Manni Breuckmann anlässlich der beginnenden Fußball-WM die
50 legendärsten Szenen des deutschen Fußballs zum Besten, Konrad Beikircher
& Frank Meyer halten eine Reminiszenz an begeisterte Buchliebhaber
und Herbert Feuerstein präsentiert “Geschichten zwischen Eile
und Weile”. Literaturkonzerte unter anderem mit Wolf Doldinger gehören
ebenso zum Programm im “Moulin Rouge” wie Kabarett mit Wolfgang
Schmickler. Höhepunkt im Spiegelzelt ist der Freitagabend, der –
angelehnt an das diesjährige Buchmesse-Thema – ganz unter dem Motto
Argentinien steht. Den Mittelpunkt des Abends bilden die Lesungen mit
den Autoren Thomas Rosenboom und Maria Cecilia Barbetta, eingefasst
in ein Konzert der argentinischen Musikerin Marili Machado. Die anschließende
“Noche de Tango” unter Mitwirkung des tanzhaus nrw lädt
zur großen “Milonga” ein.
Doch auch abseits der Königsallee präsentiert sich der Bücherbummel.
In der Stadtsparkasse liest Hellmuth Karasek aus seinem neuen Buch “Ihr
tausendfaches Weh und Ach”. Bei der traditionellen “Nacht der Poeten”
in der Kö-Galerie lesen die Autoren Hanns-Josef Ortheil, Ralf Bönt und
Raoul Schrott zum Thema “Entdeckungen und Erfinder”. Auch das Lite
raturschiff darf nicht fehlen – zum Jubiläumsbummel geht das beliebte
Restaurantschiff mit Kulturprogramm gleich zweifach auf Rheinreise.
Nicht zu vergessen die Aktionen auf der Kö. Im Kinder-Lesezelt wird der
50. Geburtstag Jim Knopfs gefeiert. Außerdem dürfen sich die kleinen
Besucher auf ein spannendes Programm mit SAMS-Theater, Vorlesestunden
und Puppenbühne freuen. Im Lesezelt treffen sich Düsseldorfer
Schriftsteller, junge Autoren stellen ihre Texte vor, und der Samstag steht
dann ganz im Zeichen regionaler Krimis. Die Besucher erwarten außerdem
zahlreiche Aktionen an den Ständen und ein abwechslungsreiches
Unterhaltungsprogramm auf den Bühnen. Die Gestaltung des Jubiläumsprogramms
war vor allem deshalb möglich, weil der städtische
Zuschuss deutlich auf 165.000 Euro angehoben wurde. Eine Übersicht
aller Bücherbummel-Veranstaltungen bietet das 52-seitige Programmheft,
das in Düsseldorfer Buchhandlungen und kulturellen Einrichtungen
erhältlich ist.
Eine einmalige Aktion …?!
Dass ihre im Jahre 1985 als einmalig geplante Aktion einen solchen
Nachhall haben sollte, konnten die Düsseldorfer Buchhändler damals
nicht ahnen. Sie wollten ein Fest rund um das Buch gestalten, Literatur
öffentlich machen. Die Idee war so einfach wie durchschlagend. Nach
dem ersten Bücherbummel folgte ein zweiter, ein dritter… Mittlerweile
hat sich die Veranstaltung zu einem mehrtägigen Festival entwickelt, ist
bereits Anfang des Jahres völlig ausgebucht und wartet zudem mit einem
umfangreichen begleitenden literarischen Programm auf. Dabei ist sich
der Bücherbummel trotz stets wandelnder Rahmenbedingungen in seinen
Strukturen treu geblieben. Seit nunmehr 25 Jahren wird die Veranstaltung
organisiert und realisiert in Privatinitiative des Düsseldorfer
Buchhandels mit städtischer Unterstützung.
Düsseldorf war und ist trotz Heine, Ewers, Grabbe, Immermann oder
Maiwald in seiner wechselvollen Geschichte nie eine Literaturstadt ge
wesen. Aber eine Lesestadt. Schon 1817 erschienen hier sechs Zeitungen
– drei davon täglich – und das bei nur 22.653 “Seelen”. Hier wurden im
Dritten Reich zuerst die Bücher verbrannt, hier durfte aber auch nach
dem Zweiten Weltkrieg – in der britischen Besatzungszone – wieder eines
der ersten Bücher in Deutschland erscheinen: die Geschichte der
Kölner Heinzelmännchen von August Kopisch im Schwann Verlag. Es
wurde ein Riesenerfolg im Trümmerdeutschland. Heute beherbergt die
Stadt zwei international renommierte Literaturinstitute und weit über
100 öffentliche und privatwirtschaftliche Bibliotheken und Archive mit
Millionen von Büchern und Zeitschriften – und einen florierenden, engagierten
Buchhandel.
Das literarische Leben ist rege
Hier fanden und finden bedeutende regionale und überregionale Autorentreffen
statt, hatten Litfaßliteratur, Literaturtelefon und Literaturbüro
und eben auch der Bücherbummel ihren Ausgang. 1988 wurde die erste
“Nacht der Poeten” in der Kö-Galerie organisiert. Seither sind dort alle
namhaften deutschsprachigen Lyriker aufgetreten. Unvergessen der letzte
Auftritt von Erich Fried, unvergessen auch die 400 Begeisterten, die
auf den Treppen der Galerie sitzend, noch nachts um drei Peter Rühmkorf
lauschten oder Ernst Jandl, der auf das Gebell eines Schäferhundes
antwortete: Ja, Du verstehst meine Sprache! 1998 wurde mit dem ersten
Literaturschiff ein schwimmender, zusätzlicher Leseboulevard erschlossen.
Heute ist die literarische Schiffsreise auf dem Rhein Kult und immer
Monate im Voraus ausgebucht. Zum diesjährigen Bücherbummel-Jubiläum
fahren deshalb auch zwei Schiffe.
Düsseldorf liest – auch bei schlechtem Wetter. Denn darauf – auch das
zeigt die Geschichte – ist Verlass: Beginnt der Bücherbummel, regnet es –
fast immer. Die transparenten Planen gehören für die Standhändler deshalb
schon zur Pflichtausstattung. Abdecken, zudecken, abdecken. Aber
für Bücherfans gibt es ja nie schlechtes Wetter!







